das land wackelt

wir sitzen beim abendessen und alles bewegt sich. nicht nur bei mir. auch andere crewmitglieder berichten von diesen erscheinungen. was war geschehen?

ein langer segeltag steckt in unseren gliedern. über 40 meilen. heute zum glück mit einem badestopp. die insel chalki lag quasi am weg. und das musst du dir aus sicht der strandbesucher ansehen. lass erzählen:

du liegst gemütlich am sandstrand, spielst mit einem stein, da kommt auf einmal so ein ding daher, so ein segelboot. und das wird immer größer und größer. segel hat es keine mehr drauf gehabt – glaub ich. aber immer näher ist es gekommen und auf einmal ein rattern und rasseln, das brummen von einem volvo diesel verstummt und dann springen sieben männer ins wasser mit geschrei und schwimmen auf uns zu. da musst du ja glauben, dass da was los ist. das ist wie in den filmen mit navi und so. also die schwimmen auf uns zu, gehen dann, weil es da schon seicht ist, aufgefadelt schnurstracks zur strandbar, reden mit dem keller – irgendwas von kaffee oder so, ich hab’s nicht wirklich verstanden, aber dann haben sie alle einen getrunken, springen wieder auf und schwimmen zum boot zurück. der eine, der auf die anderen gewartet hat, ist dann auch noch ins wasser gesprungen, aber gleich wieder raus. und keine zwei minuten später war nichts mehr da. kein schiff, keine navimänner, einfach nichts. das waren sicherlich so welche, ja weißt eh, so

kurzbadestopp halt. wennst weißt, dass das die halbzeit ist.

der zweite teil war geprägt von wind und wellen. je näher wir der südspitze rhosos‘ kamen, desto ruhiger wurde aber auch alles. bis jetzt. jetzt sitzen wir da und alles bewegt sich.

wir sind in den letzten zweieinhalb tagen über 120 nautische meilen gefahren. kurze zeit, lange distanz, viele wellen, der körper hat sich dem schaukeln am schiff angepasst. ständig alles ausgleichen. und genau das fehlt ihm jetzt, wo wir beim abensessen sitzen.

jetzt wäre man verleitet zu sagen, gerade beim abendessen, dass ein gläschen mehr…

πάντα ῥεῖ

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